Wohnhaus 1040 Wien– zweiflügeliges Haustor mit Oberlichte – Sanierung – 2025

Adresse:
Wiedner Hauptstraße 106, 1040 Wien

Objekt:
2-flügelige, schmiedeeiserne Haustüre mit Oberliche eines späthistoristischen Wohnhauses (erbaut um 1910).

Die Flügel unterteilen sich in jeweils 2 Felder, das obere mit 30 quadratischen Einzelfeldern, die jeweils von einem Zierelement (Spirale) ausgefüllt werden. Die unteren Felder der beiden Flügeltüren werden durch ein durchgehendes Blech mit aufgesetztem Trapez ausgebildet.
Bei den Zierleisten der Bleche, der Trapeze und der Anschlagsleiste handelt es sich vermutlich um „Mannstedter Ziereisen“.

Die bogenförmige Oberlichte zeigt eine wohl nicht bauzeitliche Füllung, die stilistisch nicht zur Gestaltung der Flügel passt. Die Oberlichte ist wohl im Zuge des Umbaus für das Theater Scala optisch verdeckt bzw. verkürzt worden. Die Oberlichte samt Türstock wurde vor Ort neu beschichtet.

Bestand und Demontage vor Ort

Türbänder, die Bleche, der Torflügel, einige Leistenteile und das Schloss- sowie der Schlosskasten waren stark korrodiert, wiesen stellenweise Lochfraß auf oder waren gänzlich durchkorrodiert.

Die Schlagleiste am Stehflügel fehlte im Bodenbereich, ebenso fehlte
ein Zierelemente (Spirale) und mehrere Spiralen waren deformiert.

Die Bleche im Bodenbereich waren beiderseitig durchkorrodiert, Zierleisten waren abgebrochen. Die untere Zierleiste des aufgesetzten Trapezes am linken Türflügel fehlte und wurde im Zuge einer älteren Reparaturmaßnahme durch ein einfaches Flacheisen ersetzt.

Nach dem Sandstrahlen des Tores wurden fehlende oder durchkorrodierte Zierleisten in historischer Handwerkstechnik (Sandgussverfahren) in Bronze nachgegossen, da die (vmtl.) Mannstedter Ziereisen nicht mehr erhältlich sind. Die einzelnen Bronzeleisten wurden anschließend mit WIG zu längeren Zierleisten verschweißt.
Die fehlenden Zierteile (Spiralen) wurden nachgeschmiedet, manche wurden neu ausgerichtet.
Neue Schlossteile, wie Türdrücker, Langschilder und Schlossplatten sowie die Bodenbleche wurden neu angefertigt. Der bestehende Türschließer wurde wiederverwendet und schraubbar gemacht.
Der Lochfraß der aufgesetzten Blechtrapeze konnte repariert und die Trapeze wiederverwendet werden.

Beschichtung

Da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht wurde auch keine wissenschaftliche Farbanalyse durchgeführt. Die Farbwahl wurde dennoch mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt.

Alle Teile wurden vor dem Zusammenbau mit Henekote beige vorgrundiert. Die zweite Grundierung erfolgte mit Henekote lichtgrau.
Die Deckbeschichtungen wurden mit Mipa Venti 3in1 NCS2 2005-Y30R, hellbeige durchgeführt.

Technische Sanierung vor Ort – Oberlichte